Egal auf welchen Züchterseiten ich stöbere, eines ist meist auf allen Internetseiten zu finden. 

Die Züchter möchten gesunde Hunde züchten, körperlich frei von vererbten wie auch erworbenen Krankheiten und Mängeln. Weiterhin sollen die Hunde entsprechend ihrer Rasse und ihrer Veranlagung den Idealvorstellungen möglichst nahe kommen. Dabei ist es vielen wichtig, in der Zucht beide Komponenten, Gesundheit und Wesen, genauestens zu berücksichtigen.

Linos bereits im Vorfeld bekannten Gesundheitswerte wurden durch die Untersuchungen bei Laboklin nur noch bestätigt. Auch sein Wesen beeindruckte uns tagtäglich aufs Neue.

Nach meinem bisherigen Kenntnisstand sowie aufgrund der bisher gemeldeten Fälle hat der MDR1-Status sowie der MH-Status nichts mit den Narkosezwischenfällen zu tun. Es sind Collies aller MDR1- Gruppen betroffen und die Maligne Hyperthermie tritt bereits in der Narkose auf.

Die betroffenen Collies völlig unterschiedlicher Linien jedoch versterben urplötzlich in einem Zeitraum zwischen 1 Tag bis 5 Tagen nach der Narkose.

 

Obwohl es für jeden betroffenen Hundebesitzer verständlicherweise emotional sehr schwer ist, gibt es Aspekte, die in einem betroffenen Fall sehr wichtig sind.

1. Es sollte in jedem Fall eine postmortale Diagnose im Rahmen einer Obduktion erstellt werden.

Ihr Tierarzt des Vertrauens kann Ihnen sicherlich darüber Auskunft geben, wo eine Obduktion durchgeführt werden kann und diese im besten Fall mit Ihrer Einwilligung veranlassen. Die Berichte sind unter Verwendung tierärztlicher Fachausdrücke verfasst, so dass eine Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt von großem Vorteil und Ihr Tierarzt möglichst auch als Einsender anzugeben ist. Den Instituten ist es aus hygienischen und seuchenpolizeilichen Gründen nicht gestattet, den Körper des Tieres wieder auszuhändigen. Die beauftragten Institute setzen sich deshalb mit einem Krematorium Ihrer Wahl in Verbindung, so dass jeder Besitzer sein geliebtes Haustier auch nach Hause holen kann. Nach bisheriger Rechtslage, das will ich nicht verschweigen, tragen die Besitzer die entstehenden Kosten. 

2. Es sollte eine postmortale Untersuchung einer Blutprobe durchgeführt werden lassen, inklusive der Aufbewahrung der DNA des Hundes (falls noch nicht vorhanden).

Die postmortale Blutuntersuchung, also eine Blutprobe nach dem Tod, gibt weitere Aufschlüsse zu einzelnen Blutwerten und kann unter anderem eventuelle Rückstände des Narkosemittels aufzeigen. Auch andere Werte können in einem großen Blutbild ermittelt werden und aufschlussreich sein. Die entstehenden Kosten tragen die Besitzer.

3. Bitte melden Sie Ihren Hund über das vorhandene Meldeformular mit möglichst genauen Angaben.

Nur mithilfe genauester Informationen und Daten können Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt werden und nur mithilfe einer Datensammlung ist es möglich, dass das Schicksal jedes einzelnen auf diese Art und Weise betroffenen Hundes noch einen Nutzen für die Rassepopulation und für alle anderen Hunde hat.

 

Ich möchte hier mit einem kleinen Zitat von Antoine de Saint-Exupéry enden, welches ich in einem tollen Buch gefunden habe:

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir einmal vertraut gemacht hast."

 

   
© Carina Höhne